Aktiv werden fürs Lieferkettengesetz: E-Mails an die Politik
Darum geht's:
Das Lieferkettengesetz wirkt gegen Ausbeutung und Umweltzerstörung. Dennoch wird in der Bundesregierung aktuell dessen Abschwächung diskutiert. Um dies zu verhindern, ist unser aller Einsatz gefragt. Hier finden Sie Mailvorlagen und praktische Tipps, wie Sie sich an die Bundesregierung und die Abgeordneten des Bundestages wenden können, um ein wirksames Lieferkettengesetz einzufordern. Schreiben Sie noch heute eine E-Mail an die Politik – Danke für Ihr Engagement!
Aktueller Stand
Im Januar 2026 wurde die EU-Lieferkettenrichtlinie beschlossen. Diese kann starke Verbesserungen für das deutsche Lieferkettengesetz mit sich bringen – wenn die Bundesregierung sie entsprechend umsetzt. Stattdessen hat der Koalitionsausschuss bereits angekündigt, im Rahmen der Umsetzung den Anwendungsbereich des Gesetzes drastisch absenken zu wollen. Das würde bedeuten, dass 95 Prozent der bisher erfassten Unternehmen aus der Verantwortung genommen würden.
Jetzt mitmachen und Mail versenden
Vom Kanzler, den Minister:innen und den Parteispitzen bis zu den Abgeordneten der Ausschüsse und des gesamten Bundestages haben viele Politiker:innen Einfluss auf das Politikgeschehen. Aktuell macht es am meisten Sinn, die SPD und und die Union anzusprechen – dafür finden Sie hier zwei E-Mailvorlagen:
- Wenn Sie 5 Minuten Zeit haben: Nutzen Sie die Vorlage „SPD“ und schreiben Sie eine Mail an die Parteispitze der Sozialdemokraten.
- Wenn Sie 10 Minuten oder mehr Zeit haben: Nutzen Sie beide Vorlagen und schreiben Sie neben der SPD auch an die Spitzen und Abgeordneten der CDU/CSU.
Wir freuen uns außerdem sehr, wenn Sie uns im Anschluss über dieses Formular kurz mitteilen, an wen Sie geschrieben haben. Das ist natürlich optional, ist aber völlig anonym, geht ganz schnell und hilft uns enorm bei der Planung.
Tipps
Demokratisch mitreden
Die Abgeordneten im Bundestag sind unsere gewählten Vertreter:innen – unsere Anliegen sind ihre Anliegen. Deshalb ist es nicht nur legitim, sondern sogar wichtig, dass wir uns an sie wenden, wenn uns ein Thema wie das Lieferkettengesetz besonders am Herzen liegt. Denn Ausbeutung und Umweltzerstörung durch unsere Wirtschaft ist ein strukturelles Problem und verlangt nach einer politischen Lösung wie dem Lieferkettengesetz. Dieses zu erhalten und zu stärken, ist Aufgabe der Politik.
Ihre Mail, Ihre Argumente
Um den Kontakt zu erleichtern, haben wir E-Mail-Vorlagen erstellt, die Sie direkt nutzen können, um sich fürs Lieferkettengesetz einzusetzen. Noch besser ist es natürlich, wenn Sie die Mails an Ihren persönlichen Schreibstil anpassen und darin betonen, was Ihnen besonders wichtig ist. Einzige Regel: Freundlich sein.
Briefe und Besuche
Die Mailvorlagen funktionieren genauso gut als Briefe. Die Postadressen aller Abgeordneten finden sich auf der Seite des Bundestages. Ein von Hand geschriebener oder zumindest unterschriebener Brief hat noch mal mehr Gewicht als eine E-Mail.
Wem E-Mails und Briefe zu einseitig sind, die:der kann auch das direkte Gespräch suchen und Abgeordnete bzw. ihre Mitarbeiter:innen in ihren Büros in Berlin oder in ihrem jeweiligen Wahlkreis direkt treffen. Einige Abgeordnete bieten auch offene Sprechstunden an, entweder vor Ort oder digital. Über diese Möglichkeiten informieren Abgeordnete auf ihren eigenen Internetseiten, die über eine Suchmaschine leicht zu finden sind.
Weiter Informieren
Den aktuellen Stand zum deutschen und europäischen Lieferkettengesetz und Antworten auf die wichtigsten Fragen finden Sie in der aktuellen Argumentationshilfe der Initiative Lieferkettengesetz.
Hintergrundinformationen
Unternehmen profitieren enorm von der Globalisierung, müssen aber kaum Konsequenzen fürchten für menschenrechtliche und ökologische Schäden, die in ihrem globalen Geschäft entstehen. Germanwatch hat als Teil der Initiative Lieferkettengesetz erreicht, dass es in Europa erstmals Regeln gibt, um Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in den europäischen Lieferketten zu verhindern. Doch der Gegenwind, um diese Regeln wieder loszuwerden, ist gewaltig.
Die Initiative Lieferkettengesetz ist ein breites, zivilgesellschaftliches Bündnis aus Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen.
Germanwatch hat die Initiative mit initiiert und ist im Steuerungskreis aktiv. Wir treten gemeinsam ein für eine Welt, in der Unternehmen Menschenrechte achten und Umweltzerstörung vermeiden — auch im Ausland. Erschreckende Berichte über brennende Fabriken, ausbeuterische Kinderarbeit oder zerstörte Regenwälder zeigen immer wieder: Freiwillig kommen Unternehmen ihrer Verantwortung nicht ausreichend nach.
Das im Jahr 2021 verabschiedete deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz war ein wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung. Mit der 2024 verabschiedeten EU-Lieferkettenrichtlinie wurden einige Lücken des deutschen Gesetzes geschlossen und gleiche Regeln für alle in der EU tätigen Unternehmen geschaffen.
Doch vielen großen Wirtschaftsverbänden sind diese Gesetze ein Dorn im Auge. Sie setzen alles daran, die lästigen Menschenrechts- und Umweltpflichten wieder loszuwerden.
Wir kämpfen dafür, dass dieser wichtige Baustein für ein gerechteres Wirtschaftssystem erhalten bleibt. Wir dürfen nicht akzeptieren, dass weltweit nur noch das Gesetz des Stärkeren gilt und Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung folgenlos bleiben.